Rechtsanwalt Marco Heißmann
                             Rechtsanwalt Marco Heißmann

Einige der nachfolgenden Anwaltswitze stammen aus Amerika. Hierzu muss man wissen, dass die Amerikaner ihre Anwälte noch weit weniger mögen als die Deutschen. Deshalb sind einige der Witze ein wenig derb und auch nicht immer politisch korrekt... An Ergänzungen dieser Sammlung bin ich immer interessiert; sollten Sie also etwas Unernstes mit juristischem Bezug haben, freue ich mich über Ihre Nachricht!                                               Viel Vergnügen!

Zwei Ballonfahrer haben im dichten Nebel völlig die Orientierung verloren. Plötzlich reißt der Nebel auf und sie sehen unter sich auf einer Hochfläche einen einsamen Spaziergänger. Einer der Männer im Fesselballon formt die Hände zu einem Trichter und ruft nach unten: "Wooo sind wiir hiiieer?"

 

Der Spaziergänger wirft einen kurzen Blick nach oben und antwortet dann wie aus der Pistole geschossen: "In einem Fesselballon, 30 Meter über der Erde". Dann schließt sich der dichte Nebel wieder. Da meint der eine Ballonfahrer zum anderen: "Der Mann muss Jurist gewesen sein. Seine Antwort war prompt, präzise, völlig richtig und trotzdem zu nichts zu gebrauchen."

 

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Nach der Hauptverhandlung vor der großen Strafkammer sagt der junge Verteidiger bedauernd zu seinem soeben verurteilten Mandanten: "Es tut mir leid, dass ich nicht mehr für sie erreichen konnte". Der entgegnet trocken: "Das macht nichts, Herr Rechtsanwalt. Drei Jahre genügen mir vollkommen".

 

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Telegramm des Anwalts an den Mandanten: "Die gerechte Sache hat gesiegt!"

Rücktelegramm des Mandanten: "Sofort Berufung einlegen!"

 

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Ein Obdachloser steht wegen eines Diebstahls vor Gericht. Auf die Frage des Richters, was er von Beruf sei, antwortet der Obdachlose: "Arbeitgeber, Herr Vorsitzender!" Darauf donnert es zurück: "Ha, wem werden Sie schon Arbeit geben?!" 

 

Treuherzig entgegnet der Obdachlose: "Ihnen zum Beispiel!" 

     

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Was sagt ein arbeitsloser deutscher Jurist zu einem Juristen, der einen Job hat? 

"Einmal zum Hauptbahnhof, bitte". 

         

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Der Richter fragt die scheidungswillige Ehefrau: "Seit wann ist denn Ihre Ehe zerrüttet?"

Antwort: "Eigentlich schon von Anfang an, als er unbedingt mit auf's Hochzeitsfoto wollte!"

 

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Zwei Bundesrichter gehen in der Mittagspause im Park spazieren. Plötzlich kommt ein junger Mann atemlos auf sie zugestürzt und wirft einem der Juristen vor: "Ihr Hund hat soeben meine Hose zerrissen." Der gibt ihm ohne große Diskussion 100 Euro für den Kauf einer neuen Hose. Als der junge Mann wieder weg ist, fragt der Kollege erstaunt: "Seit wann hast Du denn einen Hund?" Der Bundesrichter antwortet: "Ich habe keinen Hund. Aber man weiß ja nie, wie die Gerichte entscheiden."

 

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Der Teufel erscheint einem Rechtsanwalt und schlägt ihm folgendes Geschäft vor: "Ich werde Dich zum erfolgreichsten Anwalt der Stadt machen. Du wirst vier Monate Urlaub im Jahr haben. Alle Kollegen werden Dich beneiden, die Mandanten und Richter werden Dich respektieren. Du wirst Präsident Deines Golfclubs und Ehrendoktor der Universität. Als Gegenleistung sollen aber die Seelen Deiner Eltern, Deiner Frau und Deiner Kinder auf ewig in der Hölle schmoren."

 

Der Anwalt überlegt kurz und fragt dann: "Und wo ist der Haken an der Sache?" 

 

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Ein Russe, ein Kubaner, ein Amerikaner und ein Anwalt sitzen gemeinsam in einem Zugabteil. Der Russe nimmt eine Flasche Wodka aus seinem Koffer, trinkt einen Schluck und sagt: "Wir haben in Russland den besten Wodka der Welt. Und wir haben soviel davon, dass wir ihn sogar wegkippen können." Er öffnet das Fenster und wirft die angebrochene Flasche hinaus. Die Mitreisenden sind beeindruckt. Als nächstes holt der Kubaner eine Kiste edle Havannas aus der Tasche, zündet sich eine an und sagt: "Wir haben in Kuba die besten Zigarren der Welt und wir haben soviel davon, dass wir sie wegwerfen können." Er öffnet das Fenster und wirft die angebrochene Kiste hinaus. Die Mitreisenden sind gebührend beeindruckt. 

 

Dann steht der Amerikaner auf, öffnet wortlos das Fenster und wirft den Anwalt hinaus.

 

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Der Richter redet dem Angeklagten ins Gewissen: "In diese traurige Lage sind Sie nur durch den Alkohol gekommen". Darauf der Angeklagte sichtlich erleichtert: "Und ich dachte schon, ich wäre selbst dran schuld."

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"Herr Zeuge, wie weit waren Sie denn von der Unfallstelle entfernt?" fragt der Richter.    

"17 Meter und 43 Zentimeter" antwortet der Zeuge wie aus der Pistole geschossen.

 

"Woher wissen Sie das denn so genau?" erkundigt sich daraufhin der Richter misstrauisch. "Nun, ich habe sofort nachgemessen, weil ich mir schon dachte, dass mich bei Gericht irgendein Idiot danach fragen wird".

 

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"Hoffentlich habe ich Sie mit meinen Fragen nicht aus der Fassung gebracht" entschuldigt sich der Richter nach einer Vernehmung höflich bei der Zeugin.

 

"Nein, gar nicht, Herr Richter. Ich bin solche Fragen gewohnt. Ich bin nämlich Kindergärtnerin".

 

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Ein stadtbekannter Gauner steht wegen Betrugs vor Gericht. Er nimmt sich den besten und teuersten Strafverteidiger - und wird tatsächlich freigesprochen. Die Honorarrechnung ist allerdings auch gepfeffert. Im Antwortschreiben des Gauners an seinen Verteidiger heißt es: "Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, mit Ihrer Honorarrechnung übertreiben Sie doch ein wenig. Sie haben wohl vergessen, dass ich der Gauner bin und nicht Sie ..."

 

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Nach dem endlosen Plädoyer fragt der Anwalt seinen Klienten: "Na, war ich gut?" Knurrt der zurück: "Das schon, aber in der Zwischenzeit hätte ich die Hälfte meiner Strafe absitzen können".

 

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Ein mehrfach vorbestrafter Taschendieb wird dem Richter vorgeführt. Der begrüßt ihn mit finsterer Miene: "Ich habe Ihnen das letzte Mal doch schon gesagt, dass ich Sie hier nie wieder sehen will!"

 

"Das hab ich der Polizei auch schon gesagt, aber die haben mir nicht geglaubt".

 

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Richter: "Wir kommen jetzt zur Verlesung des Vorstrafenverzeichnisses".

 

Angeklagter: "Meinetwegen. Nur soll hinterher niemand behaupten, ich hätte die Verhandlung böswillig in die Länge gezogen".

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"Sie geben also zu, dass sie Ihren Ehemann erschossen haben?"

 

"Wissen Sie, Herr Richter, das war so: Mein Mann behauptete, tot umfallen zu wollen, wenn er mich schon einmal betrogen habe. Von alleine fiel er aber nicht".

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Der Anwalt beschwichtigt seinen Klienten: "Wenn mich jemand einen Betrüger nennt, dann lasse ich ihn reden und kümmere mich nicht darum".

 

Der Klient entrüstet: "Das ist ja auch etwas völlig anderes. Ich bin schließlich ein ehrlicher Mensch".

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Ein besorgter Mandant verspricht seinem Verteidiger vor der Verhandlung tausend Euro zusätzlich, falls er mit einem Jahr Gefängnis davonkommt. Als der Angeklagte nach der Verhandlung - in der er tatsächlich zu einem Jahr verurteilt wurde - seinem Anwalt gratulieren will, erwidert dieser: "Das war ein hartes Stück Arbeit.

 

Die Idioten wollten Sie doch tatsächlich freisprechen".

 

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Ein Mann kommt in die Anwaltskanzlei und erkundigt sich nach den Gebühren für eine Rechtsberatung. "150 Euro für drei Fragen." antwortet der Anwalt. "Ist das nicht verdammt teuer?" fragt der Mann. "Ja," erwidert der Anwalt, "und was ist Ihre dritte Frage?" 

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Ein Richter muss zum Zahnarzt. Bleich vor Angst rutscht er auf dem Behandlungsstuhl hin und her. Der Zahnarzt versucht ihn zu beruhigen: "Aber es ist doch nur der Weisheitszahn."

 

Daraufhin der Richter: "Schwören Sie, dass Sie den Weisheitszahn ziehen, den ganzen Weisheitszahn und nichts als den Weisheitszahn?!"

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"Wer hat Ihnen denn erlaubt, im Büro zu faulenzen?", meint der Amtsleiter zur jungen Mitarbeiterin. "Nur weil ich Ihnen mal einen Klaps auf den Hintern gegeben habe?"

 

Lächelt sie: "Mein Anwalt."

 

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Vor Gericht hält ein Verteidiger seinen Schlussvortrag: "Hohes Gericht, prüfen Sie bei der Urteilsfindung sorgfältig jedes Für und Wider. Allein von Ihnen hängt es ab, ob diese junge, schöne, temperamentvolle Frau wegen einer sittlichen Verfehlung hinter Gitter kommt oder wieder zurückkehren darf in ihre gemüt- liche Wohnung in der Lessingstraße 46, zweite Etage links, Telefon 62 43 57, ich wiederhole: 62 43 57."

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Richter: "Sie haben also Ihre Frau umgebracht. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?"

 

Angeklagter: "Ich werde es nie wieder tun, ehrlich."

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Eine Hausfrau, ein Buchhalter und ein Anwalt werden gefragt, wie viel 2+2 ist.

 

Die Hausfrau antwortet "Vier!". Der Buchhalter sagt: "Ich denke, entweder 3 oder 4. Lassen Sie mich noch einmal mit dem Taschenrechner nachrechnen!"

 

Der Anwalt fragt als erstes: "Wie viel wollen Sie denn, dass es ist?

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                                                                                                          Eine blinde Schlange und ein blinder Hase treffen sich zufällig und diskutieren über die Probleme des Blindseins.

 

Die Schlange meint, der größte Nachteil sei der Verlust ihrer Identität. Sie sei nicht in der Lage, jemals ihr Spiegelbild im Wasser zu sehen und wisse deshalb nicht, wie sie aussehe und was sie für ein Tier sei. Der Hase erklärt, dass er genau dasselbe Problem habe und so beschließen sie, sich gegenseitig zu helfen. Einer soll den anderen von Kopf bis Fuß abtasten und dann beschreiben, was er gefühlt hat und was der andere für ein Tier ist.

                                                                                                          Die Schlange beginnt, sich um den Hasen zu schlingen und nach einiger Zeit verkündete sie: "Du hast ein weiches, dichtes Fell, lange Ohren, große Hinterpfoten und einen kleinen Puschelschwanz. Ich denke, Du bist ein Hase!"  

 

Der Hase - sehr froh, seine Identität gefunden zu haben - beginnt nun, die Schlange abzutasten. Nachdem er einige Minuten lang den Körper der Schlange betastet hatte, sagt er: "Nun, Du bist schleimig, Du hast kleine schmale Augen, Du windest dich die ganze Zeit und Du hast eine gespaltene Zunge. Du musst ein Anwalt sein!" 

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Angeklagter zum Richter: "Fragen, nichts als Fragen, Herr Richter! Hätten Sie sich nicht besser auf meinen Fall vorbereiten können?"

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Drei Männer stehen vor dem schielenden Richter. Fragt der Richter den ersten: "Wie heißen Sie?"

 

Darauf antwortet der zweite: "Hugo Pfeiffer."

 

Sagt der Richter zum zweiten Mann: "Sie habe ich doch überhaupt nicht gefragt!"

 

Antwortet der dritte Mann: "Ich habe ja auch gar nichts gesagt!"

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Die nachfolgenden Äußerungen sind authentisch und stammen von Versicherungsnehmern im Rahmen von Unfallregulierungen aus einer Sammlung der Schweizerischen Mobiliar (Versicherung):

 

Da sprang der Verfolgte ins Wasser und tauchte trotz mehrmaliger Aufforderung nicht mehr auf. Außerdem bin ich vor meinem ersten Unfall und nach meinem letzten unfallfrei gefahren.

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Ich habe gestern Abend auf der Heimfahrt einen Zaun in etwa 20 Meter Länge umgefahren. Ich wollte Ihnen den Schaden vorsorglich melden, bezahlen brauchen Sie nichts, denn ich bin unerkannt entkommen.

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Ein Fußgänger kam plötzlich vom Bürgersteig und verschwand dann wortlos unter meinem Wagen.

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Der Unfall ist dadurch entstanden, dass der Volkswagen weiterfuhr. Er musste verfolgt werden, ehe er schließlich anhielt.

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Als wir ihm eine Tracht Prügel verabreichten, geschah es.

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Ich habe so viele Formulare ausfüllen müssen, dass es mir bald lieber wäre, mein geliebter Mann wäre überhaupt nicht gestorben.

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Ich erlitt dadurch einen Unfall, dass das Moped Ihres Versicherungsnehmers mich mit unverminderter Pferdestärke anraste.

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Mein Motorrad sowie ich selbst mussten wegen starker Beschädigung abgeschleppt werden.

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Ich habe mir den rechten Arm gebrochen, meine Braut hat sich den Fuß verstaucht - ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

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Bin in der Kurve, nicht weit von der Unglückstelle ins Schleudern geraten. Während des Schleuderns habe ich wahrscheinlich den entgegenkommenden Mercedes gerammt, der dann die Richtung der totalen Endfahrtphase vermutlich mitbestimmte.

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Es hatte zwischenzeitlich an einigen Stellen geschneit. Die Fahrbahn war dadurch auf einigen Straßen rutschig geworden. Ich wollte den Wagen abbremsen. Ich habe gekämpft wie ich nur konnte, aber es half nichts. Prallte gegen die Zaunmauer und wurde unbewusst. Aus war es mit meiner Gesinnung.

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Ich überfuhr einen Mann. Er gab seine Schuld zu, da ihm dies schon einmal passiert war.

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Ich habe noch nie Fahrerflucht begangen; im Gegenteil, ich musste immer weggetragen werden. Ich bin ferner mit meinen Nerven am Ende und habe mit einer schweren Kastritis zu tun.

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Beim Heimkommen fuhr ich versehentlich in eine falsche Grundstücks-auffahrt und rammte einen Baum, der bei mir dort nicht steht.

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Der Bursche war überall und nirgends auf der Straße. Ich musste mehrmals kurven, bevor ich ihn traf.

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Als ich an die Kreuzung kam, erhob sich ein Zaun, um meine freie Sicht zu hindern.

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Den Hundehalter kenne ich nicht. Ich habe den Biss der Polizei gemeldet. Doch der Wachtmeister grinste nur.

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... und noch einige kuriose Urteile:

Wirbelt ein Hochzeitsgast eine Tanzpartnerin gegen ihren Willen so stark über das Parkett, dass beide aus einem Fenster stürzen, so muss der Tänzer sowohl für die Behandlungskosten der Frau aufkommen, als auch Schmerzensgeld zahlen (Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, 6 U 262/98).

 

 

Hypnotiseur muss "Fangnetze" installieren: Ein Hypnotiseur muss Schadensersatz leisten, wenn er im Rahmen einer Bühnenshow eine Zuschauerin so wirksam in Trance versetzt, dass die Frau "steif wie ein Brett" ohne jede Abwehrbewegung nach vorne auf den Steinfußboden aufschlägt. Für ihre Verletzungen erhielt sie 4300 DM an Schmerzensgeld. Der Hypnotiseur hätte wirksamere Vorkehrungen treffen müssen, um einen solchen Vorfall zu vermeiden (Amtsgericht Schwabach, I C 300/97).

 

 

Auch wortloser Anwalt darf fürs Sprechen berechnen: Auch ein Anwalt, der an einem Gerichtsverfahren "wortlos" teilnimmt, weil er, wie er sagt, "nichts zu sagen hat" oder sein Eingreifen nicht erforderlich war, darf seinem Mandanten eine "Erörterungsgebühr" berechnen (Saarländisches Oberlandesgericht, 6 W 63/00-19).

 

 

Besen und Schrubber gehören nicht in die Zelle: Strafgefangene können von der Anstaltsleitung nicht verlangen, dass ihnen ein Stielbesen und ein Schrubber als "Grundausstattung" ihrer Haftzelle zur Verfügung gestellt werden. Eine "Analyse von Ausbrüchen und Ausbruchsversuchen aus Haftanstalten" hat ergeben, dass die Stiele solcher Reinigungsgeräte häufig als Hilfsmittel zur Flucht verwendet werden. Gefangene können sich jedoch Besen bei Bedarf holen (Oberlandesgericht Karlsruhe, 2 Ws 152/00).

 

 

Angstzustände bringen kein Schmerzensgeld: Hat ein Urlauber wegen eines am Ort wütenden Hurrikans Angstzustände, so kann er vom Reiseveranstalter kein Schmerzensgeld verlangen, weil er sich des "allgemeinen Lebensrisikos" an einem Ferienziel, wo häufiger solche Stürme auftreten, bewusst sein muss (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, 16 U 227/99).

 

 

Beim Auszug vermieterfreundlich renovieren: Hat ein Mieter beim Auszug die Wohnung zu renovieren, so darf er beim Streichen der Tapeten keine Farben verwenden, die die "allgemeinen Geschmacksgrenzen überschreiten" (hier türkis, lila, schwarz und rot), sondern muss mit normalen Farben arbeiten, die dem Vermieter die Möglichkeit geben, die Wohnung problemlos weiterzuvermieten (Landgericht Berlin, 64 S 213/94)

 

 

Ein Junge darf auch "Birkenfeld" heißen: Eltern dürfen ihrem Jungen den Vornamen "Birkenfeld" geben, wenn ein zweiter Name angefügt ist, der das Geschlecht erkennen lässt. Hier setzte sich eine Mutter mit dem Mädchennamen Birkenfeld gegen den Standesbeamten durch und verwies auf den vorher schon erlaubten Namen "Garfield" (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, 20 W 190/94).

 

 

"Sekundenschlaf" bringt keine neue Verhandlung: Will ein Steuerzahler eine Wiederholung seines Verfahrens erreichen, weil ein Richter "zwar anwesend gewesen" sei, "aber der Verhandlung wegen Übermüdung" nicht habe folgen können, so muss er dafür "konkrete Tatsachen" vorweisen. Die Behauptung, ein Richter habe "teilnahmslos gewirkt" oder sei in einen "Sekundenschlaf” gefallen, reicht nicht aus (Bundesfinanzhof, VII R 88/ 99).

 

 

Erst bremsen, dann die Kaffeekanne retten: Rutscht eine Kaffeekanne vom Beifahrersitz eines Pkw unter das Bremspedal und versucht der Autofahrer, den Behälter während der Fahrt heraufzuholen, was mit einem Unfall endet, so hat er wegen grober Fahrlässigkeit keinen Anspruch aus seiner Vollkaskoversicherung. Er hätte zurückschalten und dann die Handbremse betätigen müssen (Oberlandesgericht Köln, 26 U 49/99).

 

 

Nur 35 von 100 Tauben bekommen eine Starterlaubnis: Ein Taubenliebhaber muss darauf achten, dass immer nur ein Teil seiner Tiere "losflattert" (hier wurden 35 von insgesamt 100 Tauben erlaubt), wenn Nachbarn durch den Flügelschlag gestört werden. Außerdem darf er die Vögel erst von jeweiligen zweiten Feiertagen an (Weihnachten, Ostern, Pfingsten) auf Tour schicken. (Verwaltungsgericht Münster, 2 K 1412/99).

 

26 Stunden am Tag sind selbst bei Fleißigen zu viel: Wenn eine Kassenärztin angibt, besonders schnell zu arbeiten, und dass sie darüber hinaus Gespräche während der Untersuchungen der Patienten abwickele und beides nebeneinander abrechne, hat sie Honorar (hier: in Höhe von 297 000 DM) zurückzuzahlen, wenn sich aus ihren Abrechnungen eine Tagesarbeitszeit von 26 Stunden ergibt (Sozialgericht Dortmund, S 26 KA 73/99).

 

Siebenjähriger muss schadlos "rütteln" dürfen: Der Besitzer eines Kaugummiautomaten ist schadenersatzpflichtig, wenn er seine Geräte nicht regelmäßig auf "Standfestigkeit" prüft. Ein Kunde wurde verletzt, weil er für sein eingeworfenes Geld keine Ware bekam und am Automaten rüttelte, der daraufhin herunterfiel. Die Metallstützen waren durchgerostet. In dem Fall bekam der Siebenjährige 7000 DM Schmerzensgeld für einen versteiften Finger zugesprochen (Amtsgericht Frankfurt am Main, 29 C 219/00-69).

 

 

Bahnfahrer darf Familie nicht trennen: Schließt ein Straßenbahnfahrer die Türen und fährt ab, obwohl erkennbar war, dass eine Mutter mit zwei Kindern (von denen sie bereits eines in die Bahn gehoben hatte) mitfahren möchte, so kann er wegen Nötigung belangt werden (Amtsgericht Stuttgart, B 4 Ds 20Js 59054/ 97).

 

 

Kommune zahlt wegen Biss nach Stromschlag: Wegen einer unzureichend isolierten Straßenbeleuchtung hat ein Hund in einem Fall einen Stromschlag erlitten und "unter dem Eindruck seiner Verletzung" die Halterin in die Hände gebissen. Hier verpflichtete der Richter die Kommune, 1000 DM all die Verletzte zu zahlen (Landgericht Bückeburg, 2 O 277/96).

Von zwei Lesben mit Kind kann nur eine "Mutter" sein: Leben zwei lesbische Frauen elf Jahre zusammen und bekommt eine der beiden nach einer künstlichen Befruchtung ein Kind, das von beiden großgezogen wird, so hat nach der Trennung des Paares die ausgezogene Frau nicht das Umgangsrecht mit dem "gemeinsamen" Kind - auch wenn sie es "in erster Linie" versorgt hatte (Oberlandesgericht Hamm, 1 I UF 22/00).

Ein Bienenschwarm ist kein Grund zum Abreisen: Auch wenn eine Pauschalurlauberin an einer Bienenstich-Allergie leidet, ist sie nicht berechtigt, ihren Urlaub auf Kosten des Reisever-anstalters abzubrechen, wenn am Ferienort ein Bienenschwarm nach drei Stunden wieder eingesammelt werden konnte - auch wenn sie mehrfach gestochen wurde. Die "Störung" des Urlaubs ist als "Verwirklichung des allgemeinen Lebensrisikos" zu werten (Landgericht Frankfurt am Main, 2/24 S 433/98).

In den Park pinkeln kann teuer werden: Wer in einer öffentlichen Parkanlage seine Notdurft verrichtet, der kann mit einem Bußgeld (hier: 75 DM, nach der Verhandlung durch das Gericht: 100 DM plus Prozesskosten) belegt werden. Da hilft auch nicht, zur Verteidigung anzubringen, dass "das doch jeder macht" (Amtsgericht Düsseldorf, 302 OWi 013 Js 1047/00).

HaIbe-halbe, wenn einer standhaft lügt: Behaupten zwei Autofahrer, die mit ihren Fahrzeugen zusammengestoßen sind, dass der Unfall durch Auffahren (so der vordere) beziehungsweise durch Zurücksetzen (so der hintere) passiert ist, und sagt auch jeweils ein Zeuge ent- sprechend aus, so haben sich die Kontrahenten den Schaden zu teilen - mit der Folge, dass auch jeder die Hälfte des Schadens am anderen Auto zu tragen hat und in der Haftpflichtversicherung zurückgestuft wird (Landgericht Detmold, 2 S 19/99).

Für Beifahrer-Fenstersturz haftet auch der Fahrer: Lehnt sich der Beifahrer eines Autofahrers während der Fahrt so weit aus dem Fenster, dass er schließlich hinausstürzt, so haftet auch der Fahrer (bzw. seine Kfz-Haftpflichtversicherung) für die Verletzungsfolgen zu 50 Prozent, weil er in einer solchen Situation sein Fahrzeug sofort hätte abbremsen müssen (Oberlandesgericht Karlsruhe, 10 U 24/98).

Im Wildgehege muss man mit wilden Tieren rechnen: Wer in einem Wildpark Hirsche nicht wie auf den Futtertüten vermerkt an den gekennzeichneten Stellen füttert, sondern auf den Besucherwegen, der hat keinen Anspruch auf Schadenersatz und Schmerzensgeld gegen den Tierparkbesitzer, wenn ein Hirsch den Besucher attackiert und verletzt (hier: Prellungen an Hand und Brustkorb) (Landgericht Coburg, 12 C 489/99).

Toilettenpause auf dem Weg zur Arbeit ist versichert: Arbeitnehmer, die auf dem Weg von der Arbeit wegen ihrer "drängenden" Blase die Fahrt unterbrechen und in einer Grünanlage ihre Notdurft verrichten, sind dabei gesetzlich unfallversichert, wenn sie "durch die Beschaffenheit der Örtlichkeit einer besonderen Gefahrenquelle" ausgesetzt sind (was hier für einen Sturz Folge: Armbruch bejaht wurde) (Sozialgericht Gelsenkirchen, S 10 U 256/98).

Bei sexuellen Vorlieben ist jeder sein eigener Chef: Auch wenn ein Arbeitnehmer in einer Talkshow auftritt und sich als Sado-Maso-Fan outet, so können seine sexuellen Vorlieben kein Grund für den Arbeitgeber sein, die Kündigung auszusprechen (Arbeitsgericht Berlin, 36 Ca 30545/98).

Überschwemmt der Hund das Klo, muss das Herrchen zahlen: Verlässt ein Hundebesitzer für kurze Zeit seine Wohnung und sperrt er seinen Vierbeiner im Badezimmer ein, so kann das Herrchen keinen Schadenersatz von seiner Hausratversicherung verlangen, wenn es dem Hund gelingt, Toilettenpapier ins Klo zu stopfen und so oft die Spülung zu betätigen , dass die Wohnung überschwemmt wird (Landgericht Hannover, 19 S 1986/99).

 

 

 

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